Main Post, 06. April 2011
Täuscht es oder klagen Politiker häufiger über die Arbeitsbelastung und Opfer, die ihre Familien bringen müssen? Oder liegt es daran, dass jüngere Leute in Spitzenämter gelangen, die noch kleine Kinder haben? Wohl nicht allein, denn im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg vor rund vier Wochen beklagte CSU-Chef Horst Seehofer die Arbeitsbelastung von Politikern. Politische Ämter seien „zuweilen mörderisch“ und nähmen einen von früh bis spät und am Wochenende in Anspruch: „Man muss im Amt voll aufgehen, um es für das Land und die Menschen gut auszufüllen“, sagte Seehofer.
Und nun soll mit Philipp Rösler einer FDP-Vorsitzender werden, der als Bundesgesundheitsminister gesagt hatte, dass er seine Frau und seine 2008 geborenen Zwillinge vermisse. Schon bisher wurde Rösler nicht der ultimative Machtwillen nachgesagt. Und mit 45 will er aus der Politik aussteigen, also in sieben Jahren. Schafft Rösler das alles?
„Herr Rösler wird seine Kinder kaum noch sehen.“
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Eine, die ihr Politikerleben neu ausrichtet, ist die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber (Schwebheim). Sie hat vor ein paar Wochen ihr erstes Kind zur Welt gebracht. „Es ist sicher eine Frage der Organisation. Ich bin noch nicht wieder voll eingestiegen, aber ich will die Kleine auch mit nach Brüssel oder Straßburg nehmen, solange ich noch stille. Ich habe Glück, weil ich die volle Unterstützung meines Mannes und meiner Familie habe. Ich glaube, ich kriege das hin, aber Bundesminister und Bundesparteivorsitzender ist eine ganz andere Dimension.“
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