Anwältin mit Herz für unsere Heimat
Dafür stehe ich: Zuhören und Kümmern
Der Motor stottert: Wirtschaft ankurbeln
Migration begrenzen, Sicherheit stärken
Gesundheit und Pflege für alle sichern
Landwirtschaft stärken, Heimat lieben

Die hausgemachten Probleme lösen

Main Post

3. Würzburger Wirtschaftsforum: Bilanz nach einem halben Jahr Osterweiterung
Würzburg: Mit Spannung haben die Bürger Europas auf den 1. Mai dieses Jahres geblickt: Zehn neue Staaten sind zur EU gestoßen, die lange und heftig diskutierte Osterweiterung war plötzlich Realität. Doch was bedeutet dieser gewaltige politische Schritt eigentlich für die deutsche, die mainfränkische Wirtschaft? Ist er eine Chance? Oder ist er ein Risiko? Darüber sprachen Experten beim dritten Würzburger Wirtschaftsforum in der Fachhochschule. Prof. Dr. Manfred Kiesel, Dekan für den Fachbereich Betriebswirtschaft an der Fachhochschule (FH) Würzburg-Schweinfurt, näherte sich dem Thema ganz als Betriebswirt: "Die Chancen für mittelständische Unternehmen in Osteuropa sind gut: Man kann mehr Umsatz machen, man hat viel geringere Kosten – und somit erwirtschaftet man mehr Gewinn." Denn die Bevölkerung im neuen Osten der EU sei "jung und konsumhungrig", so Kiesel. "Der Markt dort ist noch nicht gesättigt, die Absatzchancen sind gut." Allerdings warnte er die Unternehmer vor kurzfristigem Engagement im Osten.
Obschon die Steuern und Löhne dort derzeit deutlich niedriger seien als etwa in Deutschland – auf lange Sicht hin "wird sich das Lohn- und Steuerniveau des Ostens dem unsrigen angleichen". Kiesel rechnet bereits in etwa zehn Jahren damit. "Trotzdem ist es wichtig, dort zu investieren", befand Dr. Heiner Hamm von der Geschäftsführung der Knauf-Gruppe in Iphofen: "Nicht, um die billigen Löhne und niedrigen Steuern auszunutzen, sondern um sich die Märkte zu erschließen." Knauf besitzt in Osteuropa mittlerweile 18 Werke.
Das früher oft angeführte Risiko des Imageverlustes renommierter Firmen und Marken, die ihre Produktion in den Osten verlagern, sahen die Referenten am Donnerstag nicht. "In einem neuen Opelwerk in Osteuropa wird sicher nicht schlechter produziert als in einem 40 Jahre alten Betrieb in Bochum", so Heiner Hamm. Es habe eher große Vorteile, weil dort 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche gearbeitet werden könne: "Die sind flexibler." Deshalb handle man als Unternehmer grob fahrlässig, "wenn man sich dem Schritt gen Osten verschließe." Bei aller Osteuropa-Euphorie betonten die Referenten aber auch, dass ihnen nicht daran gelegen sei, die deutschen Löhne und Arbeitsbedingungen auf das osteuropäische Niveau abzusenken. "Fakt ist: Wie man im Osten billiger produzieren kann, müssen wir in Deutschland mehr auf Innovationen setzen", so die CSU-Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber: "Man muss auch sagen, dass die Osterweiterung nichts mit unseren hausgemachten Problemen zu tun hat." Ähnlich wurde von den Experten bei der abschließenden Podiumsdiskussion argumentiert. Deutschland müsse seine Hausaufgaben machen, meinte etwa Günter Spielmann von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Ziel der Veranstaltung, die von der staatlichen Bayern Innovativ GmbH organisiert wurde, sei es, "vor allen den kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten eines wirtschaftlichen Engagement in den neuen EU-Ländern aufzuzeigen", so Siegfried Hartmann von Bayern Innovativ: "Ich denke, das ist uns gelungen."