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Die Europäsche Union verbessert den Hochwasserschutz

Schweinfurter Anzeiger

Die Häufung schwerer Hochwasserkatastrophen in den letzten Jahren ist auch auf die Veränderung unseres Klimas zurückzuführen. Dies bestätigen immer mehr Experten. Mit dem Main und der Fränkischen Saale gibt es in Unterfranken zwei größere Flüsse, die regelmäßig durch Hochwasser große Schäden in unserer Region verursachen. Die Europäische Union hat mit einer neuen Hochwasserrichtlinie, die diese Woche im Europäischen Parlament verabschiedet wurde, den Grundstein für einen verbesserten Hochwasserschutz gelegt. Schon seit vielen Jahren finanziert die EU Hochwasserschutzmaßnahmen, um die Bevölkerung und die Grundstücke entlang der Flüsse besser zu schützen; auch Unterfranken konnte in großem Umfang von diesen Fördergeldern profitieren. Zudem investiert auch die Bayerische Staatsregierung in solche Maßnahmen. Doch Wasser macht an Grenzen nicht halt. Bei uns in Deutschland waren die Hochwasser oft schon besonders schlimm, weil in den anderen Ländern, durch die die Flüsse zuerst fließen, keine Maßnahmen zur Bekämpfung des Hochwassers ergriffen wurden. Die neue Richtlinie schreibt nun einheitliche Regelungen vor, nach denen Schutz- und Krisenmaßnahmen gegen drohende Hochwasser getroffen werden müssen. So müssen europaweit Risikogebiete kartiert werden, um überhaupt wirksame Maßnahmen ergreifen zu können. Dabei werden die bisherigen Anstrengungen ausdrücklich anerkannt, die wir in Unterfranken und Bayern bereits unternommen haben. Denn alle unsere Karten und Maßnahmen werden im Rahmen dieser Richtlinie anerkannt, so dass wir kaum weitere Verpflichtungen erfüllen müssen. Andere Länder dagegen werden verpflichtet, genauso gut vorzusorgen wie wir. Dies wird europaweit die Schäden durch Hochwasser reduzieren und Chancengleichheit schaffen, wenn die EU nachher aus ihrem Katastrophenschutzfonds Beihilfen für die Beseitigung der Schäden zahlt. Damit zeigt sich wieder einmal, dass unser Ansatz in der europäischen Umweltschutzpolitik, hohe - oftmals deutsche Standards - europaweit verpflichtend zu machen, erfolgreich ist.

Hauptaufgabe für alle Akteure - Staaten, Politiker und Bürgerinnen und Bürger - bleibt aber der konsequente Kampf gegen den Klimawandel, damit einfach nicht noch mehr schwere Hochwasser entstehen!


Ihre

Dr. Anja Weisgerber