Saale-Zeitung, 13. Februar 2009
CSU macht Sprache zum Wahlkampfthema
Führende CSU-Politiker wollen mit der Forderung in den Wahlkampf ziehen, der deutschen Sprache Verfassungsrang einzuräumen.
Der CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl, Markus Ferber, verlangte im „Münchner Merkur“, die Unionsparteiel sollten diesen Vorstoß in ihre Wahlprogramme aufnehmen. „Wir dürfen nicht aus falsch verstandener Liberalität Zugeständnisse machen“, sagte Ferber und rief seine Partei dazu auf, in dieser Frage Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auszuüben.
Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hartmut Koschyk, wies in Berlin darauf hin, dass die jeweilige Landessprache bereits in 18 europäischen Ländern Verfassungsrang habe. Die Sprache sei die Vorraussetzung der kulturellen Identität, aber auch entscheidendes Bindeglied der Gesellschaft.
Wenn die deutsche Sprache als das zentrale Symbol deutscher Identität gewürdigt werde, sei dies „auch ein wichtiges Signal an die Mitbürger mit Migrationshintergrund, damit sie die deutsche Sprache noch stärker als Schlüssel für eine gelingende Integration begreifen“, sagt Koschyk.
Die CDU hatte sich schon im Dezember auf ihrem Bundesparteitag in Stuttgart dafür ausgesprochen, ein Bekenntnis zur deutschen Sprache im Grundgesetz zu verankern. Danach soll der Artikel 22 um die Formulierung „Die Sprache in Deutschland ist Deutsch“ ergänzt werden.