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Der Pflanzenschutz folgt den Klimaregionen

Fränkischer Tag, 10. Februar 2009

Die Europa-Abgeordnete Dr. Anja Weisgerber informierte in Hofheim über neue Vorgaben aus Brüssel. Die CSU-Politikerin besichtigte die Firma RW-Agrar GmbH und warb für die Vereinheitlichung auf dem ganzen Kontinent. Das Regelwerk trägt deutlich eine deutsche Handschrift.

Oft sind die europäischen Richtlinien umstritten. Im Falle von Verordnungen und Richtlinie über den nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln scheint der richtige Weg gefunden zu sein. Die Europa-Abgeordnete Dr. Anja Weisgerber aus Schwebheim (CSU) berichtete in einer Gesprächsrunde in Hofheim über das Thema.

Gewinner und Verlierer
„Wer ist denn nun Gewinner oder Verlierer der neuen Vorgaben für die Zulassung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch die Europäische Union?“ Bürgermeister Wolfgang Borst stellte diese Frage beim Expertengespräch am Freitagabend in der RW-Agrar GmbH Haßberge in Hofheim. Dr. Anja Weisgerber hatte im europäischen Arbeitskreis an der Verordnung und den Richtlinien mitgearbeitet und berichtete somit aus erster Hand.

Vorgeschaltet war eine kurze Besichtigung des Agrarhandels. Firmenchef Helmut Liebenstein konzentrierte sich dabei vor allem auf die bei ihm geführten Pflanzenschutzmittel, die meist in Kleinmengen an die Landwirte abgegeben werden. Die Besucher erfuhren, dass sich unter den Lagerrosten Auffangbecken befinden für eventuelle auslaufende Chemikalien. Zudem sind die Kanalabläufe des Unternehmens für den Notfall sperrbar.
„Die Verbraucher müssen sich auf einwandfreie Ware verlassen können“, stellte Anja Weisgerber fest und war stolz, dass Deutschland bei der Pflanzenschutznovelle einen großen Teil der bestehenden Vorschriften einbringen konnte. Es wurde ein ausgewogener Vorschlag, der eine wirtschaftliche Basis für die Landwirtschaft in ganz Europa bildet. 27 bisher nationale Zulassungszonen werden in drei geografische Zonen aufgeteilt. Dabei galt es, einen Interessenausgleich für Landwirtschaft, die Hersteller, Verbraucher und die Wasserwirtschaft zu finden. Letzteres war nötig, um Fremdstoffe im Trinkwasser zu vermeiden. Das Ziel der Pflanzenschutznovelle ist ein hohes Verbraucher- und Umweltschutzniveau bei ausreichendem Pflanzenschutzmitteleinsatz.
Erreicht werden soll dies durch eine zonale Zulassung nach Klimaregionen. Die Zone Nord umfasst Teile von Skandinavien, die Baltikumstaaten und Polen. In der Zone Mitte sind Deutschland und Österreich sowie die Beneluxstaaten vertreten. Es ist sowohl flächenmäßig als auch nach der Einwohnerzahl die größte Zone. Die Zone Süd beginnt in Frankreich und setzt sich über ganz Südeuropa fort.

Für Sonderkulturen, die meist landesindividuell sind, kann es auf Antrag Ausnahmezulassungen geben. Wie Anja Weisgerber zusammenfasste, wird bei der Einhaltung der Verordnung und der Richtlinien der nachhaltige Einsatz von sicheren Pflanzenschutzmitteln gewährleisten.
Weisgerber erinnerte, dass das Europäische Parlament in Brüssel die Agrarpolitik zu 85 Prozent beeinflusst. Im Fall Pflanzenschutz sei die deutsche Landwirtschaft sicherlich Gewinner, meinte die Mandatsträgerin Anja Weisgerber, schließlich müssten andere Staaten die gleichen Gesetze erfüllen.

Weitere Auskünfte
Nach dem Expertengespräch fand noch eine Informationsveranstaltung zum gleichen Thema im Gasthof „Burgblick“ in Manau statt. Mehr als 40 Landwirte waren der Einladung gefolgt und erhielten Auskünfte.