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Der Gesundheitsminister hört zu

inFranken.de, 7. Dezember 2009

Die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber hatte ihr Versprechen eingelöst und die Bundesvorsitzende des Borreliose- und FSME Bundes Deutschland, Ute Fischer, und das Vorstandsmitglied Manfred Wolff aus Steinsfeld nach Brüssel eingeladen.

Die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber (Zweite von links) vermittelte der Bundesvorsitzenden des Borreliose- und FSME-Bundes Deutschland, Ute Fischer und dem Vorstandsmitglied Manfred Wolff aus Steinsfeld (rechts) ein Gespräch mit dem Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler.Da Anja Weisgerber verschiedene Gesprächspartner vermittelt hatte, konnten Manfred Wolff und Ute Fischer auf europäischer EbeneAufmerksamkeit für das Thema Borreliose erzeugen. Sie überbrachten vier Forderungen: die Entfernung der Borreliose aus dem europäischen Register Orphanet für seltene Krankheiten, eine Standardisierung der Labortests, eine europaweite Meldepflicht und die Prüfung der Unabhängigkeit der Organisation Eucalb (europaweit abgestimmte Aktivitäten zur Borreliose).

Erfolgreiche Gespräche

Manfred Wolff und Ute Fischer waren begeistert von dem Erfolg ihrer Gespräche, vor allem mit Eduardo Fernandez-Zincke, Kabinettsmitglied der bisherigen EU-Kommissarin für Gesundheit. Er hatte mitgeteilt, dass es bereits eine europaweite Meldepflicht für Borreliose gebe. Die Umsetzung der europäischen Meldepflicht bedeute jedoch, so Ute Fischer, dass Borreliose aufgrund der zu erwartenden hohen Zahlen an jährlichen Neuerkrankungen auf EU-Ebene nicht mehr als seltene Krankheit geführt werden dürfe.

Eduardo Fernandez-Zincke hatte weiter berichtet, dass die EU-Gesundheitskommission die Probleme mit der Borreliose anpacken werde. „Wir haben entdeckt, dass es keine einheitlichen Tests gibt und nicht einmal die Krankheit genau definiert ist. Daraus leitet sich für uns ein Handlungsauftrag ab“, sagte er.

Den Minister getroffen

Da Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler gerade an diesem Abend im EU-Parlament einen Empfang für deutsche EU-Abgeordnete gab, nutzte Anja Weisgerber die Gunst der Stunde und stellte ihm ihre Gäste vor. Sie sagte: „Ich freue mich, dass dem wichtigen Thema Borreliose jetzt auch durch meine schriftliche Anfrage an die Kommission auf europäischer Ebene die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt wird.“ Im Bundesgesundheitsministerium gebe es aber offensichtlich eine „destruktive Meinung“ zu dem Themenkomplex.

Manfred Wolff und Ute Fischer teilten dem Minister mit, dass das Robert-Koch-Institut und das Nationale Referenzzentrum für Borreliose in Deutschland meinungsbildend seien, jedoch mit veralteten Zahlen arbeiteten. Dr. Rösler bat um eine Zusendung der Unterlagen.

„Antiquiertes Wissen“

Anja Weisgerber vermittelte auch noch Gespräche mit weiteren Anwesenden. So mit Irene Wittmann-Stahl, die das Referat Gesundheit bei der Ständigen Vertretung der Bundesregierung Deutschland bei der Europäischen Union Brüssel leitet. Ihr berichteten Manfred Wolff und Ute Fischer, dass die beiden Institute „gegen die Borreliose-Patienten arbeiten“ und die aktuellen Zahlen der Krankenkassen in Deutschland davon zeugten, dass Borreliose weit verbreiteter sei, als die beiden Institute zugäben. Auch das Bundesgesundheitsministerium arbeite mit „antiquiertem Wissen“.