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Der Einsatz hat sich für Weisgerber gelohnt

Fränkischer Tag, 19. August 2011

Lebensmittelkennzeichnung Anja Weisgerber lebt privat in Schwebheim, beruflich mischt sie beim EU-Parlament in Brüssel mit als Europaabgeordnete der CSU. Und ihr Einsatz für die Lebensmittelkennzeichnungspflicht hat sich gelohnt, wie sie jetzt bei einem Besuch in Haßfurt schilderte. Einiges setzte sie persönlich durch.


Das Europäische Parlament hat der neuen

Lebensmittelkennzeichnungsverordnung zugestimmt. Für die EU-Abgeordnete Anja Weisgerber ein richtiger Schritt. Sie informierte auf Einladung des CSU-Kreisverbands im Lebensmittelmarkt in der Schweinfurter Straße über Details. Etwa, dass künftig europaweit ein einheitliches Nährwertkästchen auf Lebensmittelverpackungen aufgedruckt sein muss; darin enthalten die Kalorien, der Fettgehalt und die gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Salz und Eiweiß. Ungesättigte Fettsäuren, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Polyole, Stärke, Ballaststoffe, Vitamine oder Mineralstoffe dürfen angegeben werden. "Mir war während des Gesetzgebungsverfahrens besonders wichtig, dass die Nährwertangaben auch in Einheiten pro 100 Gramm oder Milliliter aufgeführt werden, damit der Verbraucher die gleichen Lebensmittel verschiedener Hersteller auch vergleichen kann", betonte sie. Weitere wichtige Punkte seien Informationen über Allergene (im Zutatenverzeichnis fettgedruckt), eine einheitliche Größe des Nährwertkästchens und die verpflichtende Herkunftsbezeichnung von Fleisch.


Klebeschinken und Fettmischung statt Käse
Da oft auch Pflanzenfettmischungen statt Käse oder Klebeschinken statt Originalschinken verwendet werden, sei auf ihre Initiative festgelegt worden, dass die Information "hergestellt aus Pflanzenfettmischung" oder "aus Fleischstücken zusammengefügt" neben dem Produktnamen herausgestellt werden müsse. "Und zwar in einer Schriftgröße, die 75 Prozent der Schriftgröße der Produktbezeichnung beträgt", erklärte die Europaabgeordnete in Haßfurt. Auch wenn die Übergangsfrist zwischen drei und fünf Jahren liege, sei sie überzeugt, dass der Handel schnell reagieren werde. Die Kennzeichnung, wie viel Prozent des täglichen Bedarfs an Fett, Zucker oder Kohlenhydraten 100 Gramm eines bestimmten Lebensmittels enthielten, sei auf EU-Ebene nicht durchsetzbar gewesen. Es gebe diese Angaben unter der Rubrik GdA (Guideline diary Amount) oder ETB (empfohlener täglicher Bedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen) aber schon freiwillig auf vielen Produkten.


Was sagten die Kunden? "Ich finde es gut", sagte Monika Trepesch aus Wülflingen. Sie kauft vorwiegend Produkte aus der Region, zu denen sie Vertrauen hat. "Es ist auf jeden Fall begrüßenswert, dass auf der Verpackung draufsteht, was drin ist." Die Familie Zöller aus Lauf stimmte ihr zu. "Wenn die Informationen groß genug auf der Verpackung stehen, würden wir sie schon einmal lesen", meinten sie. "Ob die Angaben aber den Kauf wirklich bei allen Verbrauchern entscheiden, sei dahin gestellt." Sie selbst achteten schon bisher beim Kauf von Süßigkeiten für ihre Tochter darauf, was darin enthalten ist. "Aber wenn es danach geht, möglichst wenig Fett und Zucker zu essen, dürfte man gar nichts mehr essen", meinte die Ehefrau.