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Der Chancen-Führer

Fränkischer Tag

Die Förderprogramme der EU gelten als schwer durchschaubar. Ein klug zusammengestelltes Heft senkt die Barrieren.

Europa gelingt gemeinsam, sagt Staatssekretär Wuermeling. Dieser Satz ist Titel des deutschen Programms zur EU-Ratspräsidentschaft, aber er wäre auch ein gutes Motto für den Förderleitfaden, der gestern in Bayreuth vorgestellt wurde.

Lassen sie sich nicht vom Weiterlesen abschrecken, auch wenn das Wort "Förderleitfaden" dröge klingt. Das 84-Seiten-Heft ist nämlich Ausdruck einer Bürgernähe, wie man sie sich auf der EU-Bühne öfter wünschen würde: Hier wird Europa greifbar.

In erstaunlicher Schlichtheit gelingt eine Übersicht über die Vielzahl der relevanten Förderprogramme. Die erfreuliche Erkenntnis: Förderung ist keine Geheimwissenschaft, auch wenn es ohne einen gewissen Aufwand natürlich nicht geht. Hoffentlich bringen viele Verantwortliche die energie auf, das Heft zu lesen. Denn die Botschaft auf jeder einzelnen Seite lautet: Europa bietet Chancen, und zwar mitnichten nur Bürokraten, Landwirten und Industriellen.

Schulen können von den EU-Programmen genauso profitierten wie Internetanbieter, Umweltschutz wird genauso gefördert wie das Wissen um europäische Kulturen. "Europa gelingt gemeinsam": Darin steckt ja auch die Erkenntnis, dass dieses einmalige Projekt nur gelingen kann, wenn sich möglichst viele Menschen einbringen - und Europa nicht den Brüsseler Technokraten überlassen.

Die Initiatorin Anja Weisgerber sagt gelegentlich, sie wolle beweisen, dass man als eine von 785 Europaabgeordneten etwas bewegen könne. Spätestens mit dem Förderleitfaden hat sie es bewiesen. Wenn das Forum Zukunft Oberfranken, wenn werner Schnappauf und Joachim Wuermeling mit ihrem politischen Gewicht dazu beitragen, den Leitfaden zum Vademecum des oberfränkischen Europäers zu machen, dann ist das sehr zu begrüßen: "Europa gelingt gemeinsam", auch in diesem Sinn.

von Armin Maus