MainPost, 28. August 2011
Das hätten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die Architekten der deutsch-französischen Freundschaft, wohl in ihren kühnsten Fantasien nicht zu träumen gewagt: Dass anlässlich eines 25-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen dem französischen Städtchen Fléac und dem deutschen Marktbreit Menschen sogar Vertriebene und Menschen aus ihrer ehemaligen Heimat ein langes Wochenende zusammen feiern. Das hätten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die Architekten der deutsch-französischen Freundschaft, wohl in ihren kühnsten Fantasien nicht zu träumen gewagt: Dass anlässlich eines 25-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen dem französischen Städtchen Fléac und dem deutschen Marktbreit Menschen aus Ost- und Westeuropa, aus Ost- und Westdeutschland, ja sogar Vertriebene und Menschen aus ihrer ehemaligen Heimat ein langes Wochenende zusammen kommen, um gemeinsam zu feiern, zu diskutieren und einfach zusammen zu sein.
Und dann gibt es da mit Anja Weisgerber auch noch eine konservative Europapolitikerin, die in ihrem Grußwort bei der offiziellen Feierstunde am Freitagnachmittag im Marktbreiter Lagerhaus von mehr Zusammenhalt und der Verteidigung der europäischen Idee einer großen Familie spricht und darüber hinaus fordert: „Wir brauchen an dieser Stelle mehr Europa – etwa in der Haushaltspolitik.“ Und keiner widerspricht, eher zustimmendes Kopfnicken geht durch die dicht gedrängten Reihen im Lagerhaus.
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Neben dem gemeinsamen Feiern, den gemeinsamen Unternehmungen sollte ein Aktionstag die Menschen näher bringen und zeigen, wie in den Ländern der Alltag und die Freizeit gestaltet werden. Eine Idee, die übrigens auch von der Europäischen Union gewürdigt und finanziell gefördert wurde.
Um auch eine wirklich europäische Perspektive zu erlangen, haben sich die Marktbreiter und die Gäste aus Fléac weitere Partner eingeladen und die waren sowohl aus dem schottischen Inchture, als auch aus dem tschechischen Aš und dem thüringischen Benshausen nach Marktbreit gekommen. Dazu waren auch noch ehemalige Bewohner aus Wernersreuth, einem Ortsteil von Aš, angereist.
60 Franzosen, 19 Tschechen, vier Schotten, der Bürgermeister aus Benshausen, Mitglieder des Heimatvereins Wernersreuth und natürlich ganz viele Marktbreiter – eine illustre Truppe also, bunt manchmal schillernd, doch von vielen gemeinsamen Gedanken beseelt, Europa halt.
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Aber gerade da liegt auch der Charme der Veranstaltung: Dass es eben nicht so geordnet und steif zugeht, wie im „offiziellen“ Europa, dass hier die Grenzen schon verwischen. Und dass sicher genau das passiert, was Europaabgeordnete Weisgerber sich wünscht: „Wir Politiker können nur die Rahmenbedingungen setzen und das Haus Europa bauen. Sie, die Bürger, müssen es mit Leben füllen. Sie sind Europa.“
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