Auszüge aus Mainpost, 15. März 2009
„europe direct Informationszentrum“ in Haßfurt eröffnet
(dix) Verständnis für Europa und seine Politik fördern, ist das Ziel von „europe direct Informationszentren“. 59 solche Einrichtungen gibt es in Deutschland, sieben in Bayern, das erste im Regierungsbezirk wurde in Haßfurt eröffnet.
Kurt Sieber dürfte es im Schulzentrum richtig warm ums Herz geworden sein, als da vor ihm auf der Bühne Mädchen und Jungs von Grund-, Haupt- und Realschulen völkerverbindend in bestem fränkisch-französisch die Vorzüge von Europa präsentierten. Seit Jahrzehnten bemühen sich Sieber und weitere Kommunalpolitiker darum, dass aus Nachbarn Freunde werden.
Und so dürfte es auch nicht von ungefähr gekommen sein, dass die Kreisstadt als erste im Regierungsbezirk den Zuschlag für das „europe direct Informationszentrum“ erhielt. Denn Mitte der 60er Jahre hatten die Haßberge als erster Landkreis in Unterfranken Beziehungen zu Menschen in der Provence hergestellt, berichtete Landrat Rudolf Handwerker bei der Eröffnung der Informationsstelle. Heute hat der Landkreis drei offizielle Partnerschaften.
Warum dann überhaupt solch ein Zentrum, mit dem die Menschen für Europa interessiert und über die Arbeit der EU informiert werden sollen? Weil sich viele Menschen von Europa abwenden, so Handwerker. Dies zeige sich am Interesse an den Europawahlen: Gingen in Deutschland im Jahr 1979 noch 66 Prozent zur Wahl, lag vor fünf Jahren die Wahlbeteiligung gut 20 Prozent darunter. Darum gelte es, Ängste abzubauen und den Menschen die Chancen, die Europa biete, besser zu vermitteln – und das vor Ort. „Eine Partnerschaftsvermittlung für zwei, die sich noch nicht richtig kennen“, sagte Handwerker.
Angesiedelt werden soll diese Stelle dort, wo sich rund 110 000 Menschen, darunter mehr als die Hälfte Jugendliche, jedes Jahr in Haßfurt die Klinke in die Hand geben: Im Bibliotheks- und Informationszentrum (BiZ). Sabine Gehles will dort als Mitarbeiterin des „europa direct Informationszentrums“ dafür sorgen, dass „Europa gemeinsam vor Ort weiterentwickelt wird“.
Wie Gehles, nannte auch der Geschäftsführer des Schulzweckverbands Haßfurt, Horst Hofmann, Beispiele, wo die Aufgabengebiete liegen werden: Themen werden unter anderem die Mobilität, der Klimawandel und der Umgang mit den Ressourcen sein. Hofmann berichtete zudem, dass die EU für dieses Informationszentrum 25 000 Euro bereit stellt, Mittel in selber Höhe steuert der Zweckverband in diesem Jahr bei.
Glückwünsche überbrachten auch der Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in München, Henning Arp, und die Europaabgeordnete Anja Weisgerber Angesichts der vielen Chancen, die die EU biete, sei es wichtig über die EU informiert zu sein. „Europa ist ein Wunder“, erklärte Anja Weisgerber, wenn man sehe, wie die Länder seit dem zweiten Weltkrieg zusammengewachsen seien. Ein wichtiges Aufgabengebiet des Infozentrums werde es sein, den Menschen zu vermitteln, wie die Entscheidungen in der EU zustande kämen, also den Menschen Europa näher bringen.
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