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Das „Haus Europa" mit Leben gefüllt: Warum der Bergrheinfelder Holderhecke-Hauptschule eine Europa-Urkunde überreicht wurde

Swex.de, 20. November 2009

Eine Vorzeigeschule sei sie, die Hauptschule Holderhecke, der nun die Europa-Urkunde verliehen wurde. Von Emilia Müller, der Bayerischen Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten. Mit einer kleinen Feierstunde in der Aula wurde die Auszeichnung zur Europaschule im passenden Rahmen vor zahlreichen politischen Ehrengästen gewürdigt. Und die erfuhren, was genau die HSH (Hauptschule Holderhecke) für die Ehrung geleistet hat und wieso die Eurovisionsmelodie der Bläsergruppe die ganz logische Begrüßungsmelodie an dieser Mittagsveranstaltung war - und das einem kleinen Büffet der Hauswirtschaftsgruppen und nicht nur deutschen Speisen ganz logisch endete.
Comenius lautet der Name des von der EU geförderten Europa-Projektes, an dem die Bergrheinfelder Schule sich seit 2001 schon beteiligt. Es verbindet Schulen in allen möglichen Ländern Europas. Bei der intarnationalen Kooperation soll voneinander und übereinander gelernt werden, ja sogar miteinander. Denn bei der europaweiten Bildung geht es um Themen, die sich die Schüler übergreifend gemeinsam erarbeiten und die anschließend präsentiert werden. "Verschiedene Kulturen - Gemeinsames Europa", so lautet das Thema des abgeschlossenen Projektes. „Bildung über das Klassenzimmer hinaus" sei das, so Rektor Heinz Kociubski. Über Architektur, Bräuche, Sagen, Tradition oder Mentalität anderer Länder könne man so lernen. Beim letzten Projekt waren Schulen in Italien, Lettland, Rumänien, Frankreich, Finnland, Griechenland, Lettland, Polen, Portugal und Norwegen beteiligt. Verbunden mit Auslandsreise für die Schülerinnen und Schüler der Holderhecke-Hauptschule.

Und für die Lehrkräfte, stellvertretend Koordinator Bernd Göbel. Er zeigte einen Einspielerfilm mit den sich in der jeweiligen Landessprache bedankenden Partnern. Die Reisen sollen zur Bildung beigetragen haben, die SchülerInnen reifer gemacht haben. Und man erfuhr eben aus anderen Ecken den Kontinents, wie es sich dort lebt, wie man Häuser baut oder kocht. Eine aufgenommene CD mit Volksliedern nannte Göbel als Beispiel für den nachhaltigen Output als Resultat. Der Klimwandel in den jeweiligen Ländern ist das Thema des aktuellen Projektes, das HSH-Schüler letzten April nach Norwegen führte. Energieeinsparung und alternative Energien sind das das nächste Thema. Im Mai 2010 geht es dazu nach Finnland. „Viel Arbeit und Kraft" stecke laut Göbel in so einer Teilnahme mit einem Engagement auch für die Lehrer weit über das normale Tun hinaus.

Nur eine Schule pro Jahr im Regeirungsbezirk bekommt so eine Auszeichnung für besonderes Engagement um europäische Gedanken. Und deshalb reiste mit Emilia Müller extra politische Prominenz aus München an. „Nachhaltig und höchst erfolgreich" würde die HSH an den Projekten teilnehmen, sei zwei Mal sogar koordinierend tätig gewesen und habe ihr Tun „äußerst kreativ dokumentiert". Besonderes Lob gab es, weil die Bergrheinfelder Schule ja „nur" eine Hauptschule sei, die Teilnehmer dabei nicht selten auf andere Schüler treffen würden, die teils kurz vor dem Eintritt in eine Universität stünden.

„Klares europäisches Profil" gewinne die Holderhecke-Hauptschule, öffne sich für andere Kulturen, Traditionen und Sprachen, für neue Partnerschaften und Freundschaften. „Enormer Schwung für die Persönlichkeitsentwicklung" sei damit verbunden", betonte Emilia Müller. Das sei ein Ansporn und ein Motivationsschub sicher auch für andere Schulen. Und ein geeintes Europa könne halt auch nur zustande kommen durch ein konkretes Zusammenarbeiten an der europäischen Idee. Man müsse, so die Staatsministerin, „über den Tellerrand hinausschauen. Europa braucht Begeisterung!"

Lob erntete die als „Vorzeigeschule" (Müller) benannte HSH, Lehrer genauso wie Schüler, auch von Landrat Harald Leitherer, von Bürgermeister Peter Neubert als Vorsitzendem des Schulverbandes (zusammen mit Grafenrheinfeld, Röthlein und Geldersheim) oder von der Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber. Die sprach von einem „Haus Europa", das die Politiker durch Verordnungen und Richtlinien durchaus auch alleine bauen könnten. „Aber es sind die Menschen, die dieses Haus mit Leben füllen".Und um die vielen Bewohner auch verstehen zu können, erarbeiteten sich die Holdehecke-Schüler vor ihren Auslandsmissionen ein Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen gleich neun verschiedener Sprachen.