Main Post, Schweinfurter Tagblatt
Meyerdierks unterlag mit 14 zu 15 Stimmen
Werneck (KÖR) Die in Schwebheim lebende Juristin Dr. Anja Weisgerber (27) strebt eine Spitzenposition bei der Europawahl an. Mit dem knappest denkbaren Ergebnis, nämlich mit 15 zu 14 Stimmen, hat sie sich im Bezirksvorstand der CSU gegen die zweite Bürgermeistern von Bad Brückenau, Brigitte Meyerdierks (49), durchgesetzt.
Wie Bezirksvorsitzende Michael Glos im Anschluss an die in Werneck (Lkrs. Schweinfurt) stattfindende Sitzung vor der Presse sagte, rechnet sich die unterfränkische CSU gute Chancen aus, dass Weisgerber einen der ersten fünf Plätze auf der Liste seiner Partei erhält. In der letzten Legislaturperiode hat die CSU zehn Abgeordnete nach Brüssel entsandt. 25 Jahre lang wurde Unterfranken dort durch Dr. Ursula Schleicher (Aschaffenburg) vertreten, die aus Altersgründen auf eine erneute Kandidatur verzichtetet.
Der Bezirksverband stellt auf der Nominierungsversammlung am 14. Februar in München nur 32 der 300 Delegierten. Deswegen sei es ihm klar, sagte Glos, dass man die allergrößten Chancen haben werde, „wenn wir mit einer Frau antreten". Parteichef Edmund Stoiber dränge darauf, dass unter den ersten fünf Kandidaten der CSU zwei Frauen sind.
Ursprünglich hatte Glos auf die Landwirtschaft gesetzt und den Landtagsabgeordneten Sebastian von Rotenhan (Haßberge) ins Gespräch gebracht. Dies wurde jedoch hinfällig, als der landwirtschaftspolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Albert Deß, in der Oberpfalz für Europa nominiert wurde.