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CSU kürt Weisgerber einstimmig zur Kandidatin für die Europawahl

Main Echo, 1. Oktober 2008

Landesliste: Unterfranken will wieder den vierten Platz

WÜRZBURG. So ändern sich die Zeiten: Als der unterfränkische CSU-Bezirksvorstand vor der Europawahl 2004 den
Spitzenplatz vergab, setzte sich Anja Weisgerber mit nur einer Stimme Vorsprung gegen Brigitte Meyerdierks durch. Am Montagabend entschied sich das Gremium wieder für Weisgerber, diesmal einstimmig.

Offiziell für eine Wiederwahl aufgestellt wird die Nachfolgerin von Ursula Schleicher am 22. November in München. »Ich hoffe wie beim letzten Mal auf Platz vier auf der Landesliste«, sagte
die 32-jährige Rechtsanwältin aus Schwebheim (Kreis Schweinfurt) nach dem erwarteten Votum des CSU-Bezirksvorstands.

Der Wiedereinzug ins Europaparlament wäre ihr dann wohl sicher. Vorausgesetzt, die CSU nimmt eine andere Hürde. Sie muss mindestens fünf Prozent aller in Deutschland abgegebenen
Stimmen erreichen, kann dafür aber nur in Bayern um Vertrauen bitten. Bei weißblauen Wahlergebnissen über 50 Prozent war das nie ein Problem. Bei einem ähnlichen Resultat wie
am Sonntag könnte es eng werden.

»Bei der Europawahl treten die Freien Wähler nicht an, weshalb es für uns ein größeres Stimmenpotential gibt«, glaubt Weisgerber. Sie sagt aber auch: »Wir müssen die Wähler für einen Gang zur Urne am 7. Juni mobilisieren«. Kein leichtes Unterfangen: Zu diesem Zeitpunkt sind in Bayern Pfingstferien, in anderen Bundesländern zeitgleich Kommunalwahlen, was
dort mehr Wahlbeteiligung wahrscheinlich macht.

Dafür gibt es zumindest in Unterfranken eine Konstellation, die einen echten Wahlkampf erwarten lässt. Bereits am 26, Juli wählte die SPD auf ihrem kleinen Parteitag Kerstin Westphal
aus Schweinfurt zur Spitzenkandidatin, die auf dem aussichtsreichen Platz zwei der Landesliste antreten wird.
Westphal stand schon 2004 auf dem Bewerberzettel, das aber nur als bayerische Nummer sechs. Ins Parlament gewählt wurden nur zwei Genossen aus dem Freistaat, darunter auch Lissy Gröner aus Neustadt/Aisch, die jetzt für Westphal den Platz ganz oben räumen musste. Zwei Frauen, beide aus
dem Raum Schweinfurt, das könnte eine interessante Konstellation werden: »Das müsste dem Europawahlkampf
eigentlich zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen«, hofft Weisgerber.