Märkische Allgemeine, 11. September 2007
Verbände beklagen Bürokratie beim neuen Pflanzenschutz-Gesetz / Obst und Gemüse könnten teurer werden
Nach den drastischen Preisanstiegen von Milchprodukten droht eine neue Welle von Verteuerungen landwirtschaftlicher Produkte. Dieses Mal geht es um Gemüse und Obst, aber auch Getreide. Auslöser ist die geplante neue Richtlinie zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die in Brüssel derzeit vorbereitet wird. Gleich drei große deutsche Verbände gingen deshalb gestern auf die Barrikaden. Die etwa 30 000 Tonnen Herbizide und Insektizide, die allein in Deutschland Jahr für Jahr auf die Äcker gesprüht werden, sollen um die Hälfte reduziert werden.
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Längst nicht alle Kräfte im Europäischen Parlament gehen aber den radikalen Weg der vollständigen Kontrolle sowie des Ersatzes von Wirkstoffen, für die eine verträglichere Alternative vorliegt, mit. So strebt die CSU-Politikerin Anja Weisgerber vor allem eine Angleichung der Vorschriften an.
Das wollen auch die Bauern. "Wir Landwirte bekommen doch die Widersprüche der heutigen Praxis zu spüren", sagte Decker, der an der niederländischen Grenze einen Hof bewirtschaftet. Sein Beispiel: Nach den deutschen Gesetzen ist es ihm untersagt, Porree gegen Tripse zu spritzen, ein schädliches Insekt, das die Pflanzen unverkäuflich macht. Sein holländischer Kollege darf alle möglichen Wirkstoffe versprühen und das Gemüse anschließend in Deutschland verkaufen. Decker: "Das zeigt, wie dringend eine europäische Angleichung der Vorschriften ist."