Bayernkurier, 7. März 2009
CSU- Europagruppe macht Druck: Genug Salz im Brot
Brüssel- Erfolg der CSU- Europagruppe: Die EU- Kommission will den Salz- Grenzwert für Brotteig anheben.
Unterfrankens Europaabgeordnete Anja Weisgerber selbst holte in der Backstube des Schweinfurter Traditionsbäckers Otto Wirth den wohlgefüllten Brotkorb ab. Im extragroßen Koffer - "ganz schön schwer" - flog sie die fränkischen Brotspezialitäten nach Brüssel und trug sie backfrisch zur Sitzung des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments.
Industriekommissar Günter Verheugen, der zu dem Verkostungstermin eigens geladen war, sicherte sich gleich einen Laib Volkornbrot. Weisgerbers Abgeordnetenkollegen rissen ihr das übrige Brot regelrecht aus dem Korb. Eine Kostprobe - und in Weisgerbers Umweltausschuss hat jeder verstanden, dass der Salz- Schwellenwert der Kommission für deutsches Brot nicht taugen kann. Der Sohn einer spanischen Abgeordneten, ein Bäcker, rief Weisgerber am Telefon zu: "Sie müssen auch für unser Brot kämpfen!"
Das Brotessen hat Wirkung gezeigt: Schon eine Woche später verlautete über Verheugens Generaldirektion, die Kommission habe eingelenkt. Jetzt soll der Schwellenwert, der darüber entscheidet, ob Brot als "gesund" beworben werden darf, angehoben werden. Jedenfalls für die nächsten sechs Jahre. Damit geben sich Weisgerber und die CSU- Europagruppe natürlich nicht zufrieden: "Jetzt kämpfen wir darum, dass es keine Befristung gibt."
Die Brot- Episode ist politisch lehrreich. Die Kommission kann nicht alle regionalen Belange kennen, mein Weisgerber: "Aber wenn wir in Brüssel für unsere regionalen Belange kämpfen, dann können wir etwas bewegen!" Für Bayern tut das nur einer: Die CSU- Europagruppe.
Heinrich Maetzke