Sonntagsanzeiger, 12. Oktober 2008
Die europaweit flächendeckende Versorgung mit Breitbandleitungen, wie beispielsweise DSL-Anschlüssen, ist noch immer nicht gewährleistet. Auch in Bayern gibt es hinsichtlich der Versorgung noch Defizite, selbst wenn sich die Bayerische Staatsregierung bereits sehr stark für eine bessere Vernetzung des ländlichen Raumes einsetzt.
Jetzt hat sich auch die EU diesem Sachverhalt angenommen. Das Europäische Parlament hat in dieser Woche einen Bericht verabschiedet, durch den der EU-Telekommunikationsmarkt modernisiert und der Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen vorangetrieben werden soll. Denn die Verfügbarkeit von Breitbandnetzen ist heutzutage ein echter Standortfaktor. Eine langsame Internetverbindung kann für Unternehmen einen echten Wettbewerbsnachteil bedeuten und ist auch für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger ein großes Ärgernis.
Deshalb will die Europäische Union Investitionen in die Breitbandnetze fördern. Wenn ein Telekommunikationsunternehmen in neue Technologien investiert, sollen die nationalen Behörden dies bei ihren Entscheidungen über den Netzzugang in Zukunft auch angemessen berücksichtigen.
Um den Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit mobilen Breitbanddiensten zu unterstützen, hat sich das Parlament zudem für eine flexiblere Frequenzpolitik in Europa ausgesprochen. Damit sollen auch neue Technologien verstärkt zum Einsatz kommen. Beispielsweise werden durch den Übergang zum digitalen Fernsehen Frequenzen frei, die in Zukunft auch für schnellen Datentransfer genutzt werden sollen. Auf diese Weise werden schnelle Internetleitungen auch in Regionen nutzbar, in denen DSL-Anschlüsse bisher nicht verfügbar sind. So macht die Europäische Union auch den ländlichen Raum fit für das Netz der Zukunft