Prima Sonntag
Die Europäische Kommission will den Weinmarkt in der EU reformieren. Grund dieser Bestrebung ist es, den europäischen Wein wettbewerbsfähiger zu machen. Große Mengen des in der EU produzierten Weines können heute nicht mehr verkauft werden. Vor allem die Kunstweine aus Übersee machen den einheimischen Winzern zu schaffen. Die Kommission will daher die derzeit 3,4 Millionen Hektar Weinanbaufläche in den nächsten 5 Jahren um 400.000 Hektar verringern, um den Markt zu entlasten und die Preise zu stabilisieren. Hohe Ausgleichszahlungen sollen es den Winzern schmackhaft machen, ihre Anbauflächen zu roden.
Unterfranken wird von diesem Teil der Reform aber kaum betroffen sein. Die größten Probleme haben Regionen, in denen überwiegend qualitativ minderwertiger Tafelwein produziert wird. Die unterfränkischen Anbaugebiete bringen dagegen meist hochwertige Qualitätsweine hervor, die heute schon europa- und weltweit wettbewerbsfähig sind.
Dennoch muss es Korrekturen an den Vorschlägen der Kommission geben. Denn diese will auch einige bewährte Verfahren in der Weinherstellung verbieten, die in Unterfrankens Weinbetrieben traditionell angewandt werden. Es gibt bereits Initiativen, dies zu verhindern, die ich nachdrücklich unterstütze.
Von einem anderen Reformvorhaben hat die EU-Kommission dagegen schon Abstand genommen: So sollte auch der Schutz des Bocksbeutels aufgehoben werden. Jedes Weinanbaugebiet in Europa hätte dann die fränkische Weinflasche verwenden dürfen. Dies konnten wir jedoch verhindern. Anfang dieses Monats erklärte die Kommission auf Nachfrage, dass die Pläne, den Schutz des Bocksbeutels aufzuheben, aufgegeben worden seien. Der Bocksbeutel bleibt also fränkisch! Und das ist auch gut so.