Homepage Main, 12. Februar 2010
Die Umsetzung der Hygieneverordnung der Europäischen Union in Unterfranken und der Weichenstellungen für den Forschungsstandort Unterfranken waren Themen der Arbeitsgemeinschaft (AG) Europa, die am Freitag in der Handwerkskammer Unterfranken tagte. Die Europaabgeordnete Anja Weisgerber (CSU) hat dieses Gremium ins Leben gerufen, das aus Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik besteht und die für Unterfranken relevanten Themen der Europapolitik diskutiert.
Infolge der Gammelfleischskandale ist im Januar 2006 das EU-Hygienepaket in Kraft getreten, das regelt, dass alle schlachtenden Betriebe eine Zulassung beantragen müssen. Damals hatten vor allem kleine Betriebe und Direktvermarkter Bedenken, an der Zulassung zu scheitern. Weisgerber freute sich über die positive Entwicklung der Zulassungszahlen. „Von 302 zulassungspflichtigen Betrieben haben 302 einen Antrag auf Zulassung gestellt, 94,7 Prozent davon sind bereits zugelassen.“ Nur 16 Betriebe aus den Landkreisen Kitzingen und Main-Spessart seien noch nicht geprüft oder befänden sich im Prüfungsverfahren. „Für den Verbraucher bedeutet das, dass alle Betriebe auf einem hygienischen Standard sind – und zwar europaweit“, lobte Weisgerber.
Die Ausgestaltung des 8. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union und die Weichenstellung für den Forschungsstandort Unterfranken waren ein weiteres Thema der AG Europa. Unterfrankens Hochschulen hätten in der Vergangenheit stark von Mitteln aus den Forschungsrahmenprogrammen profitiert und mehrere Millionen Euro Fördergelder erhalten. „Wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen und inhaltliche Schwerpunkte bündeln“, sagte Weisgerber. Die Europaabgeordnete betonte, dass Papiere dann Gehör in Brüssel finden, wenn sie im Verbund erstellt und die Forschungsbereiche auf die Anwendung heruntergebrochen dargestellt werden. Als besonders förderungswürdig nannte sie die Forschungsbereiche Sensorik, Nanotechnologie, Gesundheitstechnologien und erneuerbare Energien.
Mitte dieses Jahres soll in Nürnberg und München ein „Haus der Forschung“ geschaffen werden, das den Hochschulen bei der Beantragung von Fördermitteln helfen soll. Diskutiert wurde, ob eine Außenstelle in Würzburg sinnvoll wäre.