Schweinfurter Anzeiger, 24. März 2010
Gesunde Ernährung ist ein wichtiges Thema. Aber um uns ausgewogen zu ernähren, müssen wir wissen, was in den Produkten, die wir kaufen, enthalten ist. Oft können wir diese Information auf der Verpackung aber gar nicht finden. Darum möchte die Europäische Union eine bessere Lebensmittelkennzeichnung einführen. Die Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments war hierzu eine wichtige Vorentscheidung. Zukünftig müssen alle verpackten Lebensmittel eine sogenannte Nährwertkennzeichnung für die wichtigsten Nährstoffe tragen. Demnach muss in Zukunft auf der Verpackung klar erkennbar sein, wie viele Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Salz, Eiweiß und Ballaststoffe ein Produkt enthält. Die Angaben, die bislang auf manchen Lebensmitteln abgedruckt werden, sind nur freiwillig. Auch zu der Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten sind im Umweltausschuss wichtige Weichen gestellt worden. Danach müssen Imitate in Zukunft deutlich als solche gekennzeichnet sein. Denn hier werden Verbraucher bewusst getäuscht, indem Zutaten durch billigere Ersatzstoffe ausgetauscht werden. Das Irreführungsverbot erstreckt sich dabei nicht nur auf die Bezeichnung des Lebensmittels, sondern auch auf die Aufmachung der Packung. Ist eine Vanilleblüte auf einem Joghurt abgebildet, so darf dieser nicht nur mit billigeren Aromastoffen hergestellt werden. Genauso darf in einem Schokoladenpudding, auf dem Schokostücke abgebildet sind, nicht nur Kakaopulver enthalten sein. Mit diesen Regeln stärken wir den mündigen Verbraucher. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass eine Kennzeichnung alleine nicht zu einer gesünderen Ernährung führt. Hierfür bedarf es mehr – zum Beispiel Ernährungsbildung in Schulen und besonders die Vorbildfunktion der Eltern für ihre Kinder.