Bayernkurier, 09. April 2011
„Im Zuge der Gleichstellung von Männern und Frauen spielt die Lohngleichheit eine wichtige Rolle“, betont die Bezirksvorsitzende der Frauen-Union Unterfranken und Europaabgeordnete Anja Weisgerber. Frauen seien heutzutage nicht nur genauso gut ausgebildet wie Männer, sondern sogar besser. Trotzdem verdienten sie deutschlandweit durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer, so Weisgerber. Dies liege in Deutschland vor allem an den verfestigten Rollenstereotypen. Durch diese vorgegebene Rollenverteilung würde die Berufswahl der Schulabgänger noch immer stark beeinflusst. Weisgerber: „Viele der schlechter bezahlten Berufsfelder, wie beispielsweise Pflege- oder Erziehungsberufe werden traditionell größtenteils von Frauen ausgeübt.“ Auch tauchten die Rollenbilder in den Biographien der Frauen auf, die nach wie vor durch längere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen gekennzeichnet seien, was zu Einbußen bei Gehalt und Karriere führe. Zudem trage das Steuer- und Sozialversicherungsrecht zu den Rollenstereotypen bei, indem es noch immer die Alleinverdienerehe fördere. Auffallend: In Deutschland sind die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen deutlich höher als im europäischen Durchschnitt. Weisgerber: „Deutschland befindet sich im europäischen Vergleich noch immer auf den hinteren Rängen.“