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Bayern schon da, wo andere erst hin wollen"

Neue Presse Coburg

Staatsminister Eberhard Sinner und die CSU-Kandidatin für das Europaparlament, Dr. Anja Weisgerber, informierten sich.

40 Millionen Meter Schlauch laufen jedes Jahr von den Bändern der Firma Uniwell Wellrohr GmbH. Nun auch in Tschechien. Dort hat das Unternehmen eine Niederlassung gebaut.

Europaminister Eberhard Sinner und die Kandidatin der CSU für die Europawahl, Dr. Anja Weisgerber, haben sich am Donnerstag in den Räumen am Hauptstandort Eyrichshof umgesehen.

Eyrichshof "Mit der Firma Uniwell Wellrohr GmbH ist es der Stadt gelungen, einen zukunftsorientierten Betrieb nach Ebern zu holen", meinte nicht nur der CSU-Ortsvorsitzende von Jesserndorf und Umgebung, Otmar Schmitt, der die Gäste im Werk vor den Toren Eberns begrüßte. "Durch die stetige nach oben gerichtete Entwicklung dieser Firma haben wir viele neue Arbeitsplätze erhalten."

Und die Daten, die der geschäftsführende Gesellschafter Helmuth Fischer präsentierte, können sich wirklich sehen lassen: Seit der Gründung des Unternehmens 1993 in Baden Württemberg hat sich die Zahl der Mitarbeiter in der Gruppe auf 140 erhöht. 1997 kam die Firma nach Eyrichshof. Neben dem Hauptstandort hat man noch Niederlassungen in Bielefeld, Südafrika und Tschechien.

1999 haben wir mit der Ausbildung von Nachwuchs begonnen, um sich im kaufmännischen Bereich und in der Verfahrenstechnik Kunststoff/Kautschuk den Mitarbeiterstamm selbst heranziehen zu können. "Derzeit arbeiten bei uns elf Auszubildende", sagt der Geschäftsführer nicht ohne Stolz.

Beim Rundgang durch die Produktion zeigen sich die Politiker beeindruckt. "200 000 Meter verlassen das Werk jeden Tag". Das Produktsegment von Uniwell ist breit gestreut: Kabelschutzrohre, Schläuche, medienführende Systeme.

Darunter sind Leitungen und Leitungssysteme für die Tankentlüftung Scheibenwaschanlagen, Kurbelgehäuse-Entlüftungen oder die Kupplungshydraulik. Und auch Maschinen und Anlagen verkauft das Unternehmen in die Europäische Union, USA und Japan. "Der Exportanteil beträgt derzeit 60 Prozent", sagte Fischer und erklärte damit, warum die Firma auch im Ausland expandiert. Doch auch in Eyrichshof gibt es noch Möglichkeiten. Die Grundstücke sind bereits gekauft.

Allerdings sieht der geschäftsführende Gesellschafter die Wirtschafts- und Steuerpolitik des Bundes nicht als dienlich an, um auf den Weltmärkten gut aufgestellt mit anderen Bewerbern konkurrieren zu können.

Um den Stürmen der Globalisierung trotzen zu können, muss das Unternehmen expandieren. Nach und nach soll auch die Produktpalette erweitert werden. "Unser Wachstum erzielen wir heute überwiegend durch die Entwicklung neuer Produkte," so Fischer: "Wir machen zur Zeit rund 40 Prozent unseres Umsatzes mit Produkten, die noch nicht länger als drei Jahre am Markt sind." Im Gespräch über die EU-Osterweiterung kam auch die Frage nach der Förderung der neuen Mitgliedsländer auf den Tisch. "Wir haben dort sicherlich einen enormen Nachholbedarf, aber dabei müssen wir auch auf unseren Markt achten", meinte der bayerische Europaminister Eberhard Sinner.

Wurden in der ehemaligen DDR 1250 Millionen Euro investiert, so stehen für die nächsten Jahre für die Kohäsionsförderung in der EU gerade einmal 336 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Minister stellte an dieser Stelle die verstärkte Förderung von Polen, Tschechien, der Slowakei usw. in Frage, da die Länder durch die niedrigeren Steuern und Lohnkosten sowieso bereits einen immensen Wettbewerbsvorteil für die nächsten Jahre hätten. Zum anderen würden Arbeitsplätze in den anderen EU-Ländern aufgegeben und dorthin verlagert, ohne dass ein Mehrwert für die Länder der EU entstehe.

"Wir müssen die Strukturförderung sicherlich überdenken. Es kann nicht sein, dass die neuen Mitgliedsländer die Höchstförderung bekommen und es fünf Kilometer weiter, bei uns keinen Cent mehr gibt." Zumindest sollten die Grenzgebiete Oberfranken, Oberpfalz und Oberbayern auch etwas vom Kuchen abbekommen.

Seit Jahren pflege der Freistaat bereits bilaterale Gespräche mit seinen Nachbarn und suche die Zusammenarbeit. "Deswegen ist Bayern schon da., wo andere erst noch hin wollen", meinte der Minister. Es sei richtig und wichtig, dass man den Nachbarn Hilfe anbiete, müssten sie doch nicht zuletzt 80 000 Seiten europäisches Recht umsetzen.

"Wir müssen vermehrt über die Grenzen hinweg denken. Nur so können wir ein Europa mit Zukunft gestalten."