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Aus dem Europaparlament

primaSonntag, 23. Juni 2010

Verbrauchertäuschung einen Riegel vorschieben

Analogkäse, Gelschinken, Eis ohne Milch, Avocadocreme mit einem Avocadoanteil von weniger als 1 Prozent, Schokoladenpudding ohne Schokolade, nur mit Kakaopulver – fast täglich konfrontieren uns Verbraucherschützer mit immer neuen dreisten Täuschungen der Lebensmittelindustrie. Die Produkte sehen edel aus, sind aber genau das Gegenteil: Statt hochwertigen Zutaten werden billige Imitate, Aromen und Fleischreste verwendet. Was drauf steht – oder auf einer Packung abgebildet ist – das sollte aber auch drin sein.

Das Europäische Parlament teilt diese Ansicht und hat sich vergangene Woche in Straßburg für strenge Kennzeichnungspflichten von Lebensmittelimitaten ausgesprochen. Wenn Imitate verwendet werden, muss das gut sichtbar auf der Packung erkennbar sein, denn jede Irreführung soll verhindert werden. Durch den Druck der Medien und der Politik lassen sich schon erste Erfolge verzeichnen: Viele Hersteller haben reagiert und ihre Produktion wieder umgestellt. Statt einer Pflanzenfettmischung wird wieder echter Käse auf Fertigpizzas verwendet. Das hilft auch den Milchbauern. Denn diese leiden besonders darunter, wenn immer weniger Milch verwendet wird. Verbraucher profitieren ebenfalls: Sie wissen künftig, was sie essen. Jetzt muss auch der Ministerrat zustimmen – Verbraucherschutzministerin Aigner hat bereits ihre volle Unterstützung zugesagt.