Bayernkurier, 26. Mai 2012
„Finger weg von nationalen Erfolgsmodellen: Realschüler müssen weiter Zugang zur Krankenschwesternausbildung haben!“ Das fordert die gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Europagruppe, Anja Weisgerber. Um die Anerkennung von Berufsabschlüssen innerhalb Europas zu vereinfachen, will die EU-Kommission die Zulassungsvoraussetzung für die Ausbildung zur Krankenschwester von zehn auf zwölf Jahre anheben, erläutert die unterfränkische Europapolitikerin. In Deutschland haben 45 Prozent der Krankenschwestern und Krankenpfleger Abitur, in Bayern sogar nur 25 Prozent. Weisgerber: „Eine Erhöhung der Pflicht-Schulbildung würde gut jedem zweiten jungen Schulabgänger in Deutschland den Weg in den Krankenpflegeberuf versperren.“ Dabei sind rund 90 Prozent aller Pflegekräfte in Deutschland Fachkräfte. In anderen EU-Ländern werden dort die einfachen Pflegearbeiten von gering- oder unqualifizierten Kräften verrichtet, was nicht immer dem Wohle der Patienten dient. „Gute Pflege lernt man nicht an der Universität!“, betont Weisgerber. „Es kommt auf soziale Kompetenz, Hingabe und die Bereitschaft zum Dienst am Bett an!“ Im Gesundheitsausschuss wird sich Weisgerber gemeinsam mit den Kollegen der CSU-Gruppe dafür einsetzen, „dass unsere jungen Schulabgänger weiterhin Zugang zum Berufsfeld haben und unsere deutsche Pflegeausbildung im europäischen Vergleich nicht abgewertet wird.“