Bayernkurier, 09. Oktober 2010
Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (EP) will strenge, aber realistische CO2-Grenzwerte für Transporter und leichte Nutzfahrzeuge. Darum votierten die Abgeordneten für ein verbindliches Langfristziel von 140 Gramm pro Kilometer im Jahr 2020. Ab 2014 soll zunächst stufenweise ein Grenzwert von 175 Gramm gelten, erläutert die umweltpolitische Sprecherin der CSU Europagruppe, Anja Weisgerber, die das Dossier für die EVP-Fraktion betreut. „Eine Mehrheit der Abgeordneten unterstützt ambitionierte, aber realistische Grenzwerte.“ Mit innovativen Umwelttechnologien können diese erreicht werden. Gleichzeitig blieben die Fahrzeuge für Mittelstand und Handwerk bezahlbar. Weisgerber: „Bei Phantasie-Grenzwerten werden Neufahrzeuge nur unerschwinglich und die ‚alten Stinker’ bleiben länger auf der Straße. Das schadet unserem Klima.“ Wenn es für die Industrie unmöglich sei, die Grenzwerte zu erreichen, flössen die Gelder auch nur in Strafzahlungen und nicht in die Entwicklung von Ökoinnovationen. Beim Klimaschutz setzt die unterfränkische Europapolitikerin auf gezielte Anreize statt auf Verbote. „Extra-Anreize“ für besonders umweltfreundliche Transporter, wie etwa Hybrid- oder Elektrofahrzeuge, förderten die schnellere Markteinführung. Weisgerber: Die Fahrzeuge müssen auch gekauft werden, sonst bringen sie dem Klima nichts.“