Nordbayerischer Kurier
Oberfranken habe Chancen, sei in vielen Gebieten - etwa was Nahrungsmittel oder auch die Abfallverwertung angehe – Vorreiterfunktion. Und Oberfranken habe, gerade mit Blick auf die mögliche Förderkulisse aus Brüssel, mehr Chancen als vermeintlich bevorteilte Regierungsbezirke wie Oberbayern. Das sagte die für Oberfranken mit zuständige unterfränkische Europaparlamentarierin Dr. Anja Weisgerber bei einem Besuch gestern in Bayreuth.
Sie sehe sich als „Servicedienstleister für die Region und Anwältin für Oberfranken in Brüssel", sagte die Unterfränkin gestern bei einem Pressegespräch in der Kompostieranlage am Buchstein, die Weisgerber nach einem dicht gedrängten Programm in Bayreuth - wo sie unter anderem das Umweltunternehmen TBG besuchte - und in Kulmbach. Die Kompostieranlage bezeichnete Weisgerber als einen der beispielgebenden oberfränkischen Betriebe - der auch beispielgebend für Europa sein sollte: »Hier sieht man ganz deutlich, dass der Verwertungskreislauf sehr gut funktioniert. Der Verbraucher akzeptiert die Anlage, sie funktioniert wirtschaftlich."
Für Weisgerber ein aufschlussreicher Besuch, schließlich will sie sich dafür stark machen, dass die hohen deutschen Umweltstandards „auch auf europäischer Ebene aufgegriffen werden. Das würde dafür sorgen, unsere Unternehmen im Wettbewerb konkurrenzfähig zu machen", so Weisgerber.
Gleiches gelte für die europäische Hochwasserrichtlinie: Bayern ist da vorbildlich. Italien und Spanien hin¬ken hinterher, dort ist man nicht präventiv tätig." Oberfranken brauche sich nicht schlecht bedient fühlen von Europa, sagte Weisgerber, die einen Appell an die Bürger richtete, mehr Vertrauen in Europa zu setzen. „Oberfranken ist prädestiniert, was die europäische Förderung angeht - selbst von Unterfranken schaut man oft neidisch nach Oberfranken“ so die Abgeordnete. In der neuen Förderperiode seien für Oberfranken, die Oberpfalz und Niederbayern »60 Prozent von 479 Millionen Euro plus 84 Millionen Grenzlandsonderzuweisung" vorgesehen. Besonderes Augenmerk gelte dauerhaft der Umweltpolitik - dafür hat der Arbeitskreis Umwelt und Energie der Jungen Union unter ihrer Federführung einen Forderungskatalog erarbeitet, der kommende Woche beim Klimagipfel der CSU-Landtagsfraktion auf der Zugspitze diskutiert werden soll.