Bayernkurier, 24. Mai 2008
Das Europäische Parlament hat zum Weißbuch Sport der Kommission Stellung genommen, berichtet die sportpolitische Sprecherin der CSU-Europagruppe, Anja Weisgerber (Bild). „Warum mischt Europa sich da ein?“, lautet eine Frage, die häufig an die unterfränkische Europapolitikerin gerichtet wird. „Darauf habe ich eine klare Antwort: Über die rote Karte bestimmt nach wie vor der Schiedsrichter.“ Aber der Sport hat auch eine große soziale und wirtschaftliche Bedeutung: 60 Prozent der EU-Bürger treiben in 700 000 Sportvereinen regelmäßig Sport. Im Bereich Sport sind etwa 15 Millionen Arbeitsplätze angesiedelt, und der Sektor erzielte im Jahr 2004 einen Erlös von 407 Milliarden Euro. Der Profisport fällt als wirtschaftliche Tätigkeit unter Europarecht. Weisgerber: „Wir fordern Rechtssicherheit im Vorfeld durch Selbstregulierung unter Einhaltung des Gemeinschaftsrechts.“ Auf europäischer Ebene müssten faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den internationalen Vereinen herrschen. „Bayern München darf nicht schlechter stehen als etwa Real Madrid.“ Ein zentraler Punkt sind darum die Vermarktungsrechte. Ein anderes wichtiges Sport-Thema ist Doping. Weisgerber: „Wir rufen die Mitgliedstaaten auf, den Handel mit illegalen Dopingsubstanzen genauso zu behandeln wie Drogenhandel.“