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Weinland Unterfranken



Fränkische Besonderheit: Der Bocksbeutel
Die Mainschleife bei Volkach
Federweißer und Zwiebelkuchen
Typisch unterfränkisches Landschaftsbild: Weinlagen

Besonders bekannt ist der Regierungsbezirk für seine Weinproduktion. Als Herkunftsregion des Bocksbeutels hat er weltweite Berühmtheit erlangt. Seit fast zwölf Jahrhunderten wird hier Wein angebaut. Heute liegen 99 % der bayerischen Ertragsrebflächen in Unterfranken, auf denen Wein von Spitzenqualität erzeugt wird.

Infolge der Bodenbeschaffenheit und des milden Klimas am Main entstehen sehr mineralstoffhaltige Weine mit würzigem Geschmack. Der Mineralstoffgehalt der Weine spielt deshalb – anders als in allen anderen Anbaugebieten – bei der Qualitätsweinprüfung ebenfalls eine Rolle. Aus der typischen Rebsorte Silvaner werden neutralfruchtige, erdige Weine erzeugt, die zu den besten in Deutschland gehören.

Weine aus Franken werden häufig recht trocken ausgebaut. Jährlich werden 12.000 bis 14.000 Frankenweine amtlich geprüft, der Anteil der „fränkisch trockenen“ Weine liegt bei etwa 40 %. Viele Weingüter stellen aber neben dem traditionellen „fränkisch trockenen“ Silvaner auch gute „international trockene“ Weine aus Rebsorten wie Riesling, Weißburgunder oder Grauburgunder her.
Ursprünglich war der Silvaner die wichtigste Rebsorte Frankens und galt als typischer Frankenwein. Um angesichts der klimatischen Schwierigkeiten bessere Erträge zu erreichen, wurden im 20. Jahrhundert große Flächen mit Müller-Thurgau bestockt. Diese Sorte nimmt seit Jahren wieder ab, kommt allerdings immer noch am häufigsten vor. Die wichtigsten Rebsorten des Anbaugebiets sind heute nach Flächenanteilen Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus, Domina, Kerner und Riesling.

Eine Besonderheit der fränkischen Weinherstellung ist der Bocksbeutel – die typische und bekannte Flaschenform für qualitativ höherwertige Frankenweine. Der Glaskörper ist flach und bauchig und besitzt nur einen kurzen Hals. Die Herkunft des Namens ist nicht abschließend geklärt; als wahrscheinlich gilt, dass die Ähnlichkeit der Flaschenform mit dem Hodensack des Ziegenbocks eine Rolle spielt.

Seit 1989 ist der Bocksbeutel in der EU geschützt und darf nur noch für fränkische Weine verwendet werden. Ausnahmen bilden lediglich die Region Tauberfranken im Weinbaugebiet Baden, das Rebland Baden-Baden sowie eine Weinbauregion in Portugal. Auf europäischer Ebene konnten wir erreichen, dass dieser Schutz erhalten bleibt.

Der Anbau von Wein hat auch die (main-)fränkische Lebensart mitgeprägt. Anders als in vielen anderen deutschen Regionen ist Wein hier ein Volksgetränk. Das kommt nicht zuletzt durch die zahlreichen Weinfeste zum Ausdruck, die in nahezu jedem Weinbauort ein- oder mehrmals im Jahr stattfinden. Beliebt sind auch die Häcker- oder Heckenwirtschaften (in anderen Anbaugebieten Strauß- oder Besenwirtschaft genannt). In diesen dürfen Winzer ihren eigenen Wein sowie kleinere Speisen verkaufen. Im Sommer wird dort Wein ausgeschenkt, im Frühherbst überwiegend frischer Bremser (Federweißer) – wobei ein Stück Zwiebelkuchen nicht fehlen darf.

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