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Europa und die Finanzkrise
Die Finanz- und Eurokrise ist eine große Herausforderung für Europa. Ihre Bewältigung bedarf grenzüberschreitenden Handelns. Eine Studie hat ergeben, dass auch 75 % der Europäer der Ansicht sind, dass diese Krise nur transnational bewältigt werden kann.
Aufgrund der hohen Verschuldung gerieten zuerst der griechische und dann der irische Staatshaushalt in Schieflage. Um die Situation an den Finanzmärkten zu beruhigen, haben die Eurostaaten schnell und richtig reagiert und Hilfsprogramm für hochverschuldete Staaten auf den Weg gebracht. Irland und Griechenland werden jetzt unter strengen Auflagen gestützt, um den Euro zu retten und so Auswirkungen auf ganz Europa zu verhindern.
Auf die Krise der Finanzmärkte hat Europa ebenfalls von Beginn an schnell reagiert und mehr Transparenz, Kontrolle und Aufsicht gefordert, indem es sich für die Regulierung von Risikofonds und Rating-Agenturen, die Austrocknung von Steueroasen sowie die Beschneidung von Managergehältern ausgesprochen hat.
Auf europäischen Druck hin, konnten bereits einige Fortschritte bei der Regulierung des Finanzmarktes erzielt werden:
• Die Eigenkapitalvorschriften für Banken werden verschärft
Die Richtlinien legen fest, wie viele Eigenmittel Banken und Wertpapierfirmen vorhalten müssen, um ihre Risiken abzudecken und die Anleger zu schützen. Teil der Richtlinie ist auch die Beschneidung von Managergehältern. Die Gehälter sollen fortan gedeckelt werden und müssen sich am langfristigen Erfolg orientieren. Zudem soll ein Teil der Vergütung in Form einer Beteiligung am Unternehmen erfolgen. Damit soll bei den Managern mehr Interesse an einer nachhaltigen Unternehmensführung geweckt werden.
• Regulierung von Hedgefonds und privaten Beteiligungsgesellschaften
Das Europäische Parlament hat im Herbst 2010 der Richtlinie zu den Managern alternativer Investmentfonds zugestimmt. Risikofonds, die zur Gruppe der alternativen Investmentfonds gehören, setzen auf den steigenden oder fallenden Wert von beispielsweise Wertpapieren und gelten als ein Auslöser der Krise. Bislang waren diese jedoch kaum erfasst. Ab Januar 2011 wird es Mindestanforderungen für solche Fonds und deren Manager geben.
• Europäisches Finanzüberwachungssystem
Ebenfalls beschlossen wurde das Finanzüberwachsungssystem. Es sorgt dafür, dass grenzüberschreitend tätige Großbanken oder Versicherungen künftig nicht mehr in der Hand der nationalen Aufsichtsbehörden liegen. Die Finanzmarktaufsicht besteht aus drei Behörden: Der Wertpapieraufsicht mit Sitz in Paris, der Bankenaufsicht in London und der Versicherungsaufsicht in Frankfurt. Die Behörden sind für Krisenzeiten mit starken Durchgriffsrechten ausgestattet.
• Mehr Transparenz, Kontrolle und Regulierung für Rating-Agenturen
Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von großen Schuldnern wie Staaten und Unternehmen. Die Benotungen werden von Regierungen, Banken, Versicherern oder Rentenfonds genutzt. Es ist daher wichtig, dass die Bewertungen nachvollziehbar sind.
Das Europäische Parlament hat einen Bericht angenommen, der die Rating-Agenturen unter die europäische Bankenaufsicht stellt. Bereits gleich zu Anfang der Finanzkrise hatte das Parlament einen Bericht angenommen, der mehr Transparenz und Kontrolle der Rating-Agenturen zum Ziel hat.
• Besserer Schutz für kleine Sparer
Zum Schutz der kleinen privaten Sparer hat die EU einen Spareinlagenschutz eingeführt. Ab Ende des Jahres soll Geld auf Spar-, Giro- und Festgeldkonten von Privatleuten sowie klein- und mittelständischen Unternehmen in Höhe von bis zu 100.000 Euro garantiert werden. Bislang waren Spareinalgen in Deutschland nur in Höhe von 50.000 Euro geschützt.
All dies konnte die EU bereits anstoßen. Gerade die Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt, dass wir ein geschlossenes Europa brauchen.








